Nach der Nominierung zum Bundestagskandidaten.

Nach der Nominierung zum Bundestagskandidaten.

Mein offiziell „Einjähriges“ als Bundestagsabgeordneter feiere ich zwar erst am 22. Oktober, also 1 Jahr nach Konstituierung des Bundestages (siehe auch Bericht aus Berlin und SWR-Radiobeitrag). Aber eigentlich könnte man einen Rückblick schon früher beginnen lassen. Etwa bei meiner Nominierung durch die südpfälzische SPD, beim darauf folgenden Wahlkampf oder bei den Bundestagswahlen am 22. September, als mein Einzug in den 18. Deutschen Bundestag fest stand. Versuchen wir aber, nicht allzu ausschweifend zu werden.

Blick in mein Büro.

Blick in mein Büro.

Die erste Phase als neues Bundestagsmitglied bestimmten neben organisatorischen Fragen („Wo ist mein Büro? Wen hole ich in mein Team? In welchen Ausschuss komme ich?“) vor allem die große Entscheidung, mit welcher Koalition meine erste Legislaturperiode beginnen wird. Das Organisatorische konnte meist recht einfach geklärt werden: Meine Büros stehen, mein Team ist komplett und mein inhaltlicher Schwerpunkt im Bundestag ist die Verteidigungs- und Sicherheitspolitik.

Gesagt, getan, gerecht!

Gesagt, getan, gerecht!

Zugegeben, mit der Koalitionsfrage tat ich mir etwas schwerer. Ich fand und finde es richtig, dass die SPD-Basis dies selbst in einem Mitgliedervotum entscheiden konnte. Und ich glaube, die SPD kann auf die bisherigen Leistungen in der Großen Koalition auch stolz sein: Mit dem Mindestlohn und der Rente mit 63 haben wir zum Beispiel im Rekordtempo die Weichen für mehr Gerechtigkeit gestellt. Aus diesen inhaltlichen Gründen konnte ich trotz meiner anfänglichen Bedenken die Große Koalition mittragen und Angela Merkel als Bundeskanzlerin mitwählen.

Meine erste Rede im Bundestag.

Meine erste Rede im Bundestag.

Nachdem diese Grundlagen geschaffen waren, musste ich mich nun in meine neue Rolle einarbeiten. Ein stets gut gefüllter Terminkalender mit vielen Gesprächen in Berlin und im Wahlkreis war dabei sehr hilfreich. Recht früh durfte ich meine erste Bundestagsrede halten. Ein durchaus einmaliges Erlebnis, an das ich mich mein Leben lang erinnern werden (dazu auch mein SWR-Interview). Thema der Rede war Afghanistan, das ich mir kurze Zeit später auch live vor Ort anschauen durfte. Vier weitere Reden durfte ich mittlerweile halten, wobei die größte mediale Aufmerksamkeit die pfälzischen Untertitel zum 1. April 2014 fanden.

Spannende Einblicke bei Kasernenbesuchen.

Spannende Einblicke bei Kasernenbesuchen.

Auch inhaltlich konnte ich im Verteidigungsausschuss bereits einige eigene Impulse setzen, die sich gerade in der aktuellen Debatte um die Bundeswehr bemerkbar machen. Zum Beispiel die Forderung nach einem besseren Personalmanagement bei der Bundeswehr, die Sanierung und die Bewachung der Kasernen und die Problematisierung der Ausrüstungsmängel bei Kleinwaffen. Meine Hausaufgaben sammle ich dabei auf die gleiche Art, wie bereits bei den Südpfalz-Gesprächen im Wahlkampf: Durch direkte Gespräche. So habe ich in einer umfangreichen Sommertour zahlreiche Bundeswehrstandorte besucht. Die dort aufgenommenen Eindrücke bringe ich unmittelbar in die parlamentarischen Prozesse ein.

Mit Andrea Nahles und Alex Schweitzer im Wahlkreis.

Mit Andrea Nahles und Alex Schweitzer im Wahlkreis.

Auch im Wahlkreis ist mir der direkte Kontakt wichtig. Ich besuche Unternehmen, Vereine oder Einrichtungen wie das St. Josef-Jugendwerk oder die Bundespolizei und halte regelmäßig Sprechstunden in meinem Bürgerbüro. Daneben führe ich die Südpfalz-Gespräche weiter und hole Expertinnen und Experten aus der Fraktion zu „Fraktion vor Ort„-Terminen in die Südpfalz. Meine kommunalpolitischen Wurzeln pflege ich unter anderem in der „AG Kommunales“ in Berlin und als frischgewähltes Mitglied im Kreistag Südliche Weinstraße.

Besuch aus der Südpfalz.

Besuch aus der Südpfalz.

In Berlin empfange ich immer wieder gerne Besuch aus der Heimat und durfte schon mit einigen Praktikantinnen und Praktikanten und einem internationalen Stipendiaten zusammenarbeiten. Im Rahmen des Parlamentarischen Patenschafts-Programms konnte ich sogar zwei junge Menschen aus der Südpfalz in die USA schicken.

Bei meiner ersten Plenarsitzung.

Bei meiner ersten Plenarsitzung.

Das erste Jahr im Bundestag war also bereits prall gefüllt. Das kann manchmal sehr anstrengend sein. 70 bis 100 Arbeitsstunden in der Woche sind die Regel und die Wochenenden bleiben auch nicht zum Entspannen frei. Trotzdem ist das für mich ein absoluter Traumjob in dem man einiges bewegen kann. Mit aller Begeisterung setze ich mich für die Menschen in der Südpfalz ein und freue mich darauf, dass auch in den nächsten Jahren tun zu dürfen.