Thomas Hitschler initiiert gemeinsamen Haushaltsantrag mit Union
„Bundeswehr und Bündnispartner müssen Truppen und militärisches Gerät reibungslos durch die Bundesrepublik transportieren können“, fordert der SPD-Verteidigungspolitiker Thomas Hitschler. „Nur dann kann die NATO ihre erhöhte Präsenz zum Schutz unserer osteuropäischen Bündnispartner gewährleisten. Denn Deutschland ist zentrales Transitland in Europa.“ Mit einem gemeinsamen Haushaltsantrag von SPD und Union drängt Hitschler das Verteidigungsministerium, die Verlegefähigkeit für Bundeswehr und Verbündete sicherzustellen und weiter auszubauen.
„Wann und wie militärisches Material auf den Schienen der Deutschen Bahn transportiert werden kann, wird in sogenannten Vorhalteverträge geregelt. Hier können noch einige bürokratische Hürden abgebaut werden“, meint Hitschler. „Auch braucht die Bundeswehr mehr flache Güterwaggons, die schweres Gerät wie den Kampfpanzer Leopard transportieren können.“
„Ähnlich sieht es bei bundeswehreigenen Tiefladern aus, die einen entsprechenden Straßentransport ermöglichen“, ergänzt der südpfälzische Abgeordnete. Der Transport militärischen Großgeräts würde zudem Brücken stark belasten. Denn diese sind auf den zivilen Straßenverkehr ausgelegt. Künftig solle die Ausnahmelast von Panzern daher bereits in der Planungsphase von Brücken berücksichtigt werden.
Weitere bürokratische Hürden sieht Hitschler bei den Bestimmungen für Gefahrgut und munitionstechnische Sicherheit. Diese gelten für die Bundeswehr bisher uneingeschränkt. Hitschler schlägt vor, Ausnahmeregelungen zu prüfen, um einen sogenannten „Militärischen Schengen-Raum“ zu ermöglichen.
Auch der deutsche Föderalismus stellt mit seinen Zuständigkeiten und Genehmigungsprozessen manch kleine Hürde auf. Hitschler regt daher eine intensivere zivil-militärische Zusammenarbeit an. Bundeswehr, Länder und Kommunen sollen gemeinsam Verfahrensgrundlagen etablieren und Übungen abhalten. Eine Schlüsselrolle spielen dabei die Landeskommandos der Bundeswehr.
„Neues Großgerät nutzt nichts, wenn wir es nicht dahin transportieren können, wo es gebraucht wird. Unter der Rotstiftpolitik der Vergangenheit wurde die Verlegefähigkeit zu stark vernachlässigt“, meint Hitschler.
Das Thema „Verlegefähigkeit“ hatte Hitschler in den Mittelpunkt seiner Sommerreise Bundeswehr gestellt. Der Bundeshaushalt wird Ende November im Bundestag verabschiedet.