SPD-Politiker reagiert auf DAK-Gesundheitsreport für Südpfalz

„Die psychischen Erkrankungen befinden sich in der Südpfalz auf einem Höchststand und wachsen weiter an“, zeigt sich der Bundestagsabgeordnete Thomas Hitschler besorgt. Mit einer Anti-Stress-Verordnung wollen die Sozialdemokraten auf die gewandelte Arbeitswelt reagieren.

Im vergangenen Jahr lehnte die damalige schwarz-gelbe Bundesregierung einen entsprechenden SPD-Antrag im Bundestag noch ab. In der Großen Koalition wagen die Sozialdemokraten nun einen erneuten Anlauf. „Im Koalitionsvertrag haben wir das Leitbild eines ganzheitlichen Gesundheitsschutzes bei der Arbeit verankert, der explizit auch psychische Belastungen umfasst“, erklärt der Bundestagsabgeordnete Thomas Hitschler. „Gemeinsam mit den Gewerkschaften tritt die SPD für eine Anti-Stress-Verordnung ein. Dazu sind aber noch wissenschaftliche Forschungen und Überzeugungsarbeit bei unserem Koalitionspartner nötig. Zumindest muss das Thema jedoch in den geltenden Arbeitsschutzverordnungen verankert werden.“

Steigender Zeit- und Leistungsdruck, unregelmäßige Arbeitszeiten, erhöhte Erreichbarkeit und die meisten Überstunden der gesamten Euro-Zone gelten als Ursachen der zunehmenden psychischen Belastung am Arbeitsplatz. Der gestern veröffentlichte DAK-Gesundheitsbericht zeigt, dass auch südpfälzische Arbeitnehmer immer stärker betroffen sind. „Selbst der bereits bestehende Arbeitsschutz wird nur unzureichend umgesetzt. Die Arbeitgeberverbände stehen in der Pflicht, diesen besser durchzusetzen“, bemängelt Hitschler. „Hier muss aber auch der Staat stärker kontrollieren, beraten und gegebenenfalls sanktionieren. Zudem ist dringend geboten, psychische Belastungen explizit in die im Gesetz genannten Gesundheitsgefährdungen mit aufzunehmen.“