Bericht unseres FES-Journalisten-Hospitanten Nikolai Huland
Meine Teilnahme an der FES-Journalisten Hospitanz im Bundestag
Vier Wochen Berlin, vier Wochen Bundestag hieß es für mich im September. Vier Wochen, um zu lernen, was im Bundestag passiert, um zu verstehen was Politik in der der Hauptstadt bedeutet. Die vier Wochen durfte ich im Büro von Thomas Hitschler verbringen; abwechslungsreich, lehrreich und spannend waren sie.
Mein Name ist Nikolai, ich bin 27 und Student an der Uni Mannheim. Nach meinem Studium möchte ich als Journalist arbeiten und deshalb habe ich mich für die Bundestagshospitanz für Nachwuchsjournalisten der Friedrich-Ebert-Stiftung beworben. 13 Jungjournalisten und ich wurden ausgewählt und machten bei dem Programm mit. Das heißt: Jeder Hospitant arbeitete vier Wochen bei einem Abgeordneten im Büro mit und außerdem hatten wir als Gruppe jeden Tag Gespräche mit Politikern wie Thomas Oppermann oder Dagmar Ziegler, dem Pressesprecher von Sigmar Gabriel, Tobias Dünow, und Journalisten wie Nick Leifert vom ZDF. Die Themen der Gespräche waren ganz unterschiedlich, es ging sowohl um den Medienbetrieb in der Hauptstadt wie auch um Abläufe innerhalb der SPD-Fraktion sowie um aktuelle Debatten, wie über das Freihandelsabkommen TTIP oder die Digitale Agenda der SPD.
Im Büro von Thomas Hitschler durfte ich bei vielen interessanten Gesprächen über die Verteidigungspolitik zuhören und auch bei einer Sitzung der SPD-Arbeitsgruppe Verteidigung zuschauen. Außerdem bekam ich einige Arbeitsaufgaben, unter anderem das Schreiben von Pressemitteilungen oder Recherche-Aufträge zum Parlamentsbeteiligungsgesetz und dem Zustand der Kasernen der Bundeswehr. Ich fand die Arbeit in dem Büro sehr angenehm, weil ich jederzeit Fragen stellen durfte und dazu auch offene Antworten bekam. Es hat mich außerdem beeindruckt, wie viele Informationen, Einladungen und Aufgaben ein MdB bekommt und sich in kürzester Zeit damit beschäftigen muss.
Das Programm der FES war zu der Zeit im Büro ein perfekter Zusatz: Durch die Gespräche mit einigen Politikern aus der Fraktionsspitze konnte man einen Eindruck gewinnen, wie das Management der Fraktion abläuft. Ein Höhepunkt war dabei sicherlich der Besuch der SPD-Fraktionssitzung, in der neben vielen anderen auch Sigmar Gabriel und Peer Steinbrück über TTIP diskutierten. Für mich als Nachwuchsjournalist waren die Besuche bei ZDF und ARD sowie der Bundespressekonferenz spannend. Gerade die Gespräche mit erfahrenen Hauptstadt-Journalisten brachten viele Erkenntnisse, wie Leifert und Co. an Informationen kommen, gleichzeitig aber auch auf einer kritischen Distanz zu der Politik bleiben.
Alles in allem haben sich die vier Wochen gelohnt. Erstens habe ich inhaltlich einiges gelernt – vor allem über die Verteidigungspolitik, die zu Zeiten von schlimmen internationalen Krisen und Problemen bei der Ausrüstung der Bundeswehr ein sehr facettenreiches Feld ist. Zweitens konnte man in dem Monat einen Eindruck davon gewinnen, wie Politik in Berlin funktioniert, welche Gremien es gibt, was eine kleine Anfrage bedeutet und welche Arbeit in einem Antrag für eine Gesetzesänderung steckt. Drittens konnten wir einiges über den Hauptstadt-Journalismus lernen – was sicherlich ein Ansporn ist, vielleicht selber irgendwann mal aus Berlin zu berichten.






