Seit nunmehr fünf Tagen werden im ostukrainischen Slowjansk unter anderem vier Deutsche, die Teil einer OSZE-Beobachtermission sind, von bewaffneten Aufständischen als Geiseln festgehalten.
Der Bundestagsabgeordnete Thomas Hitschler, Mitglied im Verteidigungsausschuss des Deutschen Bundestages, weist die Kritik von Vertretern der Opposition, die Bundeswehrsoldaten und deren Übersetzer seien Teil einer Spionageoperation gewesen, als unsinnig zurück.
„Der Chef eines bewaffneten Mobs erklärt sich selbst zum Bürgermeister einer Stadt und nimmt Ausländer als Geiseln, um damit inhaftierte Gesinnungsgenossen freizupressen“, fasst der Südpfälzer die Lage zusammen. „Und bei Teilen der Opposition bricht sich Revolutionsromantik die Bahn und die Geiseln werden zu Spionen erklärt, um ihre Gefangennahme zu rechtfertigen. Diese müssen ohne wenn und aber freigelassen werden.“
Dabei werde mit dem Schicksal der OSZE-Beobachter, die sich auf Einladung der Ukraine im Land befinden, offenbar Wahlkampf gemacht. Dies werfe ein trauriges Licht auf die Parlamentarier, die die Situation nutzen wollen, um die Kriegsangst der Bevölkerung zu instrumentalisieren.
Weiter warnt Thomas Hitschler davor, der Argumentation der Geiselnehmer zu folgen und die festgehaltenen als „Kriegsgefangene“ zu bezeichnen. „Es herrscht kein Kriegszustand zwischen Deutschland und der Ukraine. Die gefangenen OSZE-Beobachter sind Opfer von Kriminellen.“ Diese Geiselnehmer auf eine Stufe von Soldaten zu stellen, sei eine unverdiente Aufwertung und entbehrt jeglicher völkerrechtlichen Grundlage.
„Wjatscheslaw Ponomarjow, der selbsternannte Bürgermeister, schachert mit dem Leben von Menschen und wirft mit großen Worten um sich“, so Hitscher. Gleichzeitig verstoße er aber gegen bestehende Konventionen, indem er Geiseln in den Medien vorführe. „Mitglieder des Bundestages, noch dazu erfahrene Verteidigungspolitiker, sollten es besser wissen, als sich öffentlich mit so jemandem gemein zu machen.“