Die Sprachmittler werden auch über das Ende des Afghanistaneinsatzes hinaus beschäftigt. Das teilte das Bundesverteidigungsministerium dem Bundestagsabgeordneten Thomas Hitschler (SPD) mit, der wiederholt hierauf gedrängt hatte.

Zum Jahreswechsel endete der Kampfeinsatz der Bundeswehr im Rahmen des ISAF-Mandates. Während des Einsatzes hing für die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr viel davon ab, mit den Menschen in Afghanistan kommunizieren zu können. Vermittlung der Gründe für die deutsche Präsenz, aber auch das Verstehen von Hinweisen aus der Bevölkerung waren für die Sicherheit der Bundeswehrangehörigen unverzichtbar.

Die Aufgabe, diese vitale Kommunikation zu gewährleisten, hatten Sprachmittler, die im Auftrag der Bundeswehr und verschiedener Bundesministerien nach Afghanistan geholt wurden. Ohne den Einsatz der Sprachmittler wäre der ISAF-Einsatz der Bundeswehr nicht möglich gewesen. Mit dem Ende des Mandats endete aber auch die Anstellung der Sprachmittler. Viele standen mit dem Auslaufen ihrer mandatsgebundenen befristeten Verträge vor dem beruflichen Aus.

Thomas Hitschler, Mitglied im Verteidigungsausschuss des Bundestags, hat sich früh der Problematik angenommen. „Die Sprachmittler haben den Großteil des letzten Jahrzehnts im Einsatz für unser Land verbracht“, so der südpfälzische Abgeordnete, „dabei waren sie den gleichen Risiken ausgesetzt, wie unsere Soldatinnen und Soldaten.“

Mehrfach hatte Hitschler sich daher mit Vorschlägen zur Weiterverwendung der Sprachmittler an die Verteidigungsministerin gewandt. „Dass sich die Bundesrepublik hier gegebenenfalls auf formaljuristische Positionen zurückgezogen hätte, war nicht akzeptabel“, so Hitschler weiter.

Daher ist Thomas Hitschler erfreut über eine Mitteilung des zuständigen Staatssekretärs im BMVg, Markus Grübel. Dieser teilte mit, dass für den überwiegenden Teil der 50 Sprachmittler, die bis Ende 2014 im Dienst der Bundeswehr standen, zumindest eine Übergangsverwendung gefunden werden konnte. So würden für einen Teil der Betroffenen derzeit längerfristige Verwendungsmöglichkeiten geprüft. In der Zwischenzeit stünden diese aber in einem Reservedienstverhältnis und seien daher weiterhin bei der Bundeswehr beschäftigt.

Hitschler lobte die Entscheidung des Ministeriums und wird den Prozess weiter zu begleiten.