Ende Juni wurden Sie von der südpfälzischen SPD als Bundestagskandidat für die Wahl 2013 nominiert. Wie haben Sie sich da gefühlt?

Ganz schön geschafft. In der Halle war es heiß, ich stand unter Strom und war am Ende der Veranstaltung richtig fertig. Gut, ein wenig stolz war ich auch.

Was ist Ihre Motivation für die Kandidatur?

Mut zur Verantwortung. Ich will Verantwortung übernehmen, um die Interessen der Südpfalz in Berlin zu vertreten. Ich will Menschen motivieren, Mut zu haben. Damit sie bereit sind zu sagen, was sich in unserem Land ändern muss. Das bewegt mich.

Bei Ihrer Nominierung sagten Sie: „Die Wirtschaft muss den Menschen dienen, nicht umgekehrt.“ Was heißt das?

Dass Menschen von ihrer Arbeit leben können. Faire Löhne ohne Zweit- und Drittjob. Ganz einfach.

Als Vorsitzender der südpfälzischen SPD haben Sie mit der Energiekampagne einen neuen, innovativen Stil des Dialogs gewählt und damit nicht nur politische Leidenschaft sondern auch Know-how bewiesen. Was kommt jetzt?

Politik muss immer nah am Menschen sein. Wo drückt der Schuh, wie kann man helfen, was muss sich verbessern? Ich hab da schon ein paar Ideen. Ich will aber auch wissen, was die Bürgerinnen und Bürger der Südpfalz denken. Deshalb bereise ich die Südpfalz mit Karten im Gepäck, auf die man seine eigenen Ideen eintragen kann. So werde ich auch als Abgeordneter vorgehen. Mit Menschen reden und ihre Interessen in Berlin vertreten.

Welche Ideen haben Sie denn?

Wir brauchen den Mindestlohn und eine Rente, von der man leben kann. Banken müssen reguliert und unsere Kommunen wieder finanziell handlungsfähig gemacht werden. Das Gesundheitssystem darf nicht zur Zwei-Klassen-Gesellschaft verkommen. Wir müssen in Schulen und Universitäten investieren. Dazu müssen wir auch die reichsten zehn Prozent in Verantwortung nehmen. Einen schwachen Staat können sich nur Reiche leisten. Es gibt viel zu tun.

Welche lokalen Themen kommen für Sie in Berlin derzeit zu kurz?

Mit fällt im Kreis Germersheim sofort die zweite Rheinbrücke bei Wörth ein. Dort passiert schon seit Jahren kaum etwas. Damit wir weiterkommen treffe ich mich jetzt Barbara Schleicher-Rothmund und  mit der zuständigen Staatssekretärin in Baden-Württemberg, Dr. Gisela Splett. Die Südpfalz braucht die zweite Rheinbrücke. Dazu müssen wir parteiübergreifend anpacken. Das mache ich.

Was sind Ihre Stärken?

Das ist immer schwierig über sich selbst zu sagen. Mir wird nachgesagt, fleißig zu sein. Ein gesundes Selbstbewusstsein und Mut würde ich als meine Stärken bezeichnen. Und ich mag Menschen. Das sollte Grundvoraussetzung in der Politik sein.

Warum sollen die Südpfälzer Thomas Hitschler in den Bundestag wählen?

Weil ich Verantwortung für Entscheidungen übernehme statt mich weg zu ducken. Weil ich die soziale Gerechtigkeit und Interessen der Südpfalz im Blick habe und nicht die Interessen von Bankern, Hoteliers und Energieriesen.

Thomas Hitschler mit Peer Steinbrück (li.)

Was würde es Ihnen bedeuten im Jahr 2013 unter dem Kanzler Peer Steinbrück Abgeordneter in Berlin zu sein?

Ich werde nie Abgeordneter „unter“ einem Kanzler. Ich werde Abgeordneter FÜR die Südpfalz. Das steht im Mittelpunkt meiner Betätigung. Peer Steinbrück wird ein guter Kanzler. Er bringt das Zeug und den Plan mit, Deutschland wieder in die richtige Richtung zu bewegen. Dabei werde ich ihn unterstützen.